Anatol gestorben

Anatol Herzfeld, volksnaher Künstler und liebenswerter Zeitgenosse, ist gestorben. Der Mitbegründer der Museumsinsel Hombroich war in Bochum oft und gern gesehen. Der Sammler Helmut Klinker hatte Anatol schon früh nach Bochum gebracht, indem er Werke von ihm erwarb. Überhaupt hatte Anatol eine ganz besondere Verbindung zu dieser Stadt. Vor allem zu den Augusta Kliniken und ihrem Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Ulrich Froese hatte er eine sehr persönliche Beziehung.

Im Park der Klinik schuf Anatol im November 2002 die „Familie“, eine monumentale, mehrteilige Steinskulptur mit dem Baby im Zentrum. Außerdem gestaltete er später den Raum der Stille, „die Kapelle unter dem Himmel.“. Das Motiv „Kain und Abel“ realisierte er nicht nur im Bochumer Augusta-Park, sondern auch am Evangelischen Krankenhaus in Hattingen, das zum Augusta-Klinikverbund gehört. Im Juni 2011 hatte er im Museum eine „Arbeitszeit“ veranstaltet, bei der er mit dem Besuchern ins Gespräch kam. Auch dies in Kooperation mit den Augusta Kliniken.

Lars von der Gönna, Kulturchef der WAZ, beschreibt den 1931 im ostpreußischen Insterburg geborenen Beuys-Schüler in seinem Nachruf als „den weltweit einzigen Künstler, der nahezu 40 Jahre im Polizeidienst tätig war…. Wir erinnern uns an den Elementarkünstler Anatol, dem Holz und Stein ein Universum war…“

„Freitag“, schließt von der Gönna, „ist Anatol, der Kindern Verkehrskasper war und Künstlern ein imponierender Kopf, in Moers gestorben.“