Norbert Bongartz geht in den Ruhestand

Am 27. Februar, verabschiedete sich der verdiente Mann, aber er legt Wert darauf, dass es sich bei der Abschiedsfeier um ein kleines Frühlingsfest mit musikalischer Begleitung, Geschichten und Gedichten handelt.

Erst im November hatte Norbert Bongartz, der Leiter des Seniorenheims der Evangelischen Stiftung Augusta am Kesterkamp in Bochum-Linden, zu einer kleinen Matinee in den Saal der Einrichtung eingeladen. Bewohner, Angehörige und Freunde feierten gemeinsam das 25jährige Bestehen des Hauses. Nun ist es Zeit für die nächste Feier: Bongartz, der „Chef der ersten Stunde“ geht – nach insgesamt 36 Jahren im Dienst des Augusta - in den verdienten Ruhestand.

Am Donnerstag, 27. Februar, verabschiedet sich der verdiente Mann, aber er legt Wert darauf, dass es sich bei der Abschiedsfeier um ein kleines Frühlingsfest mit musikalischer Begleitung, Geschichten und Gedichten handelt. „Er will sich einfach nicht so wichtig nehmen wie er ist“, sagt eine langjährige Mitstreiterin.

Augusta Kliniken hatten 1983 das Altenkrankenheim am Dornbusch in Altenbochum gepachtet. „Das war sozusagen bereits der Startschuss für unser Haus“, sagte Norbert Bongartz, der schon in Altenbochum Mitarbeiter war. Am 1. November 1994 zogen die ersten Mitarbeiter vom Dornbusch in den Neubau nach Linden, eine Woche später die ersten Bewohner. „Im Februar“, ergänzt Bongartz, „waren dann alle Zimmer bewohnt und alle Mitarbeitenden eingestellt.“

Rückblickend spricht Bongartz von den Belastungen, die das knappe Personal seit Jahren meistern muss und von den vom Gesundheitsminister versprochenen 13.000 Stellen. „Er hätte auch 13 Millionen versprechen können“, ärgert sich der engagierte Mann, „denn es sind nur 1.000 gekommen.“ Man könne in der Altenpflege übrigens nur Menschen mit guten Sprachkenntnissen einsetzen, ergänzt er, denn mit Demenzkranken müsse man von Früher, also über die Vergangenheit sprechen.

Der scheidende Chef fürchtet im Übrigen auch die gerade beginnende generalistische Ausbildung. „Noch bleiben die Meisten nach dem Examen hier bei uns im Augusta“, sagt er, „aber vermutlich ist das in drei Jahren anders, weil die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern vielseitiger sind.“

Bongartz wird bei seinem Abschied dann auch Christian Kröll als neuen Einrichtungsleiter willkommen heißen, der sich schon einige Wochen im Haus eingearbeitet hat Der 41jährige Bottroper ist verheiratet und hat zwei Söhne. Bei den Maltesern war er zuvor im nationalen Management, als Einrichtungsleiter und später auch als Teamleiter im Pflegebereich beschäftigt.

„Ich trete da ein schweres Erbe an“, sagt Kröll, der in seiner Freizeit gerne Joggen geht und beruflich alles im Sinne von Norbert Bongartz weiterführen will. Er ist ein Teamplayer und setzt darauf, dass alle ihre Ideen einbringen können. „Es ist wichtig, dass die Menschen sich bei uns wohlfühlen.“ Und das gelte für die Bewohner ebenso wie für die Mitarbeitenden.

Der Neu-Rentner Bongartz jedenfalls wird sich nicht ausruhen. „Ich werde mich“, sagt er, „noch mehr als bisher ehrenamtlich in meiner Wattenscheider Kirchengemeinde St. Gertrud aber auch in anderen Bereichen engagieren.“