Frau Qu fliegt zum Sterben nach China

Unbedingt zurück in ihre Heimat China wollte Baojung Qu, um dort zu sterben. Die Frau ist todkrank, hat fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebs und ist nicht mehr zu operieren. „Wir haben sie hier sehr intensiv behandelt, um ihre Beschwerden zu lindern“, erzählt die behandelnde Fachärztin Christina Dockweiler. Sie betreute die Patientin vier Wochen lang auf der Palliativstation der Augusta Kliniken.

Frau Qu spricht kein Wort Deutsch, obwohl sie knapp drei Jahre hier gelebt hat. Bei wichtigen Fragen übersetzte deshalb die chinesische Ärztin Quingmann Li. Alles andere regelte Pflegerin Gizem Akdag mit Frau Qu mit Hilfe der Übersetzungsfunktion ihres Smartphones.

„Die deutsche Medizin, das Gesundheitswesen habe ich sehr zu schätzen gelernt“, ließ die 57jährige Patientin, die früher in China als Sekretärin gearbeitet hat, von Quingmann Li übersetzen. „Ich werde dieses tolle System und sie alle in China weiterempfehlen.“

Den Flug nach Peking hatte Frau Qu selbst gebucht, hatte allerdings kein Geld mehr, um zum Flughafen nach Frankfurt zu kommen. „Diese Fahrt mit dem für unseren Verein immer kooparativen Taxiunternehmen Kappel“, erzählt Claudia Jöhring, die Leiterin der Palliativstation, „haben wir mit unserer Fördergemeinschaft für Krebserkrankte e.V. ermöglicht.“ Jöhring ist die Vorsitzende der Vereins, der sich rührend um die Augusta-Palliativstation und deren Patienten kümmert.

Frau Qu verließ am Freitag, dem 13., die Palliativstation der Augusta Kliniken. Die Einreise nach China war im Übrigen nur möglich, nachdem ein Test auf das Corona-Virus negativ verlaufen war.