Wie erhalte ich einen Pflegegrad?
Antragstellung und Begutachtung

Nehmen Sie formlos Kontakt mit Ihrer Pflegekasse auf und bitten Sie um einen Antrag zur Einstufung in einen Pflegegrad. Sie erhalten dann einen Antrag von Ihrer Pflegekasse zugesendet. Füllen Sie diesen aus und senden ihn an Ihre Pflegekasse zurück.

Tipp:
Halten Sie das Datum der Kontaktaufnahme als Tag der Antragstellung fest, denn ab diesem Tag besteht Anspruch auf Leistung.


Im Anschluss vereinbart der durch die Pflegekasse beauftragte Medizinische Dienst der Krankenversicherung [MDK] mit Ihnen einen Termin zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Bitte lassen Sie sich durch Ihre Angehörigen bei dem Termin unterstützen. Im besonderen Fällen können auch Termine außerhalb der üblichen Zeit zwischen 8:00-18:00 Uhr vereinbart werden.

Hinweis:
Dieser Termin findet in der Regel bei Ihnen zu Hause statt. Der Gutachter ermittelt Ihren persönlichen Hilfebedarf, schaut nach notwendigen Hilfsmitteln oder Rehamöglichkeiten zur Wiedererlangung der Selbstständigkeit.

Tipp:
Es ist sinnvoll, in den Tagen vor der Begutachtung ein Pflegetagebuch zu führen.


Auf der Grundlage des durch den MDK erstellten Gutachtens trifft die Pflegekasse eine Entscheidung über Ihren Antrag auf Pflegeeinstufung. Die Entscheidung über eine Einstufung oder Ablehnung wird Ihnen durch Ihre Pflegekasse schriftlich mitgeteilt. In diesem Zusammenhang haben Sie ein Recht auf Einsicht in das erstellte Gutachten.

Hinweis:
Spätestens fünf Wochen nach Antragsstellung muss Ihnen schriftlich das Ergebnis durch Ihre Pflegekasse mitgeteilt werden.


Wenn Sie während eines stationären Krankenhausaufenthalts pflegebedürftig werden, kann bereits im Krankenhaus ein Pflegegrad beantragt werden.

Noch während des stationären Aufenthalts muss Ihnen mitgeteilt werden, ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt oder nicht. In diesem Fall findet eine vorläufige „Einstufung in den Pflegegrad 2 nach Aktenlage" statt.

Im Anschluss an ihre Entlassung erfolgt dann eine Begutachtung bei Ihnen zu Hause. Dort wird dann der entsprechende Pflegegrad ermittelt.
Sollte sich ihr Pflegzustand bis dahin verbessert haben, wird Ihnen der Pflegegrad aberkannt. Bis zu dem Zeitpunkt der Aberkennung, können Sie aber Leistungen in Anspruch nehmen. Es erfolgt keine rückwirkende Leistungskürzung.

Tipp: Der Sozialdienst im jeweiligen Krankenhaus übernimmt in der Regel die Antragsformalitäten für Sie und steht Ihnen beratend zur Seite.

Widerspruch
Sie können gegen den Bescheid Ihrer Pflegekasse innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Dieser Widerspruch führt zu einem Zweitgutachten, das durch einen anderen MDK-Mitarbeiter erstellt werden muss.

Hinweis:
Zu jedem Zeitpunkt der Antragstellung haben Sie die Möglichkeit, einen Neuantrag bzw. einen Antrag auf Höherstufung zu stellen – beispielsweise bei Verschlechterung des Gesundheitszustands.


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